Benannt ist er nach dem alten Neersener Mutschenhof. Schon 1577 wird der an die Abtei Gladbach kurmudpflichtige Hof des Balthasar Mutschen genannt („Mutschen Gütgen“). 1853 erfolgte die Anlage einer Wegestraße aus der Mutschen-Durchfahrt von der Niers ab bis zur Brücke über den sogenannten ‚Lügengraben‘. Besagte Brücke trug in einem Verzeichnis von 1905 den Namen ‚Mutschenbrücke‘. 1940 wurde der Mutschenweg als offizieller Weg angelegt. 1957 entstanden am Mutschenweg 14 Reihenhäuser. Im Januar 1960 wurde mit dem Bau von 19 weiteren Reihenhäusern begonnen. Bauträger war die Gemeinde Neersen selbst.
2016 beschloss der Stadtrat, zur Unterbringung der Kriegsflüchtlinge aus dem Nahen Osten vier zweieinhalbgeschossige Mehrfamilienhäuser am Mutschenweg zu bauen. Umgehend formierte sich der Widerstand der Interessengemeinschaft Niersweg/Mutschenweg. Diese argumentierte, diese Häusern dürften nicht im Landschafts-Schutzgebiet an der Niers gebaut werden. Die Stadt versuchte dagegen, vom zuständigen Kreis Viersen eine Befreiung vom Bauverbot zu bekommen, die ihr von der Unteren Landschaftsbehörde auch in Aussicht gestellt wurde.
Anfang 2015 kaufte die städtische Grundstücksgesellschaft das Grundstück Mutschenweg 54-58, auf dem sich zuvor eine landwirtschaftlich genutzte Anlage in Form eines Reitstalls befand. Nach dem Erwerb führte die GSG zahlreiche Umbauarbeiten durch: Aus der ehemaligen Reithalle wurde ein Lager, in dem das Equipment der Schlossfestspiele Neersen sowie Rats- und Bedarfsmöbel untergebracht wurden. Das alte Wohnhaus blieb in seiner Funktion erhalten, wurde energetisch saniert und erhielt ein neues Dach. Aus dem an der Grundstücksecke liegenden Bungalow entstand nach umfassenden Um- und Neubaumaßen eine Dependance der Neersener Kindertagesstätte „Die Brücke“. 2022 wurden auf diesem Gelände auch die ersten Tiny Houses im Stadtgebiet fertiggestellt. Der Mutschenweg verläuft von der ‚Virmondstraße‘ in südwestliche Richtung bis zum ‚Grenzweg‘ und damit ins „Neersener Bruch“.
Mutschenweg (1940)
Ne/IV/353
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