Der Weg wurde nach dem aus Krefeld stammenden Industriellen Gustav Klemme benannt, der als Begründer der Neersener Industrie gilt. 1836 in Krefeld geboren, kam er um 1866 nach Neersen und gründete ein Unternehmen, das später den Namen „Rheinische Velvetfabrik AG Neersen“ trug. 1871 baute er eine Färberei und legte rund um den Schlossbesitz nach und nach ein Fabrikgebäude neben dem anderen an. Um 1890 ließ Klemme die erste elektrische Lichtanlage der Rheinprovinz in seinem Betrieb anlegen. Das ganze Unternehmen diente der Velvetfabrikation (Baumwollsamt) und beschäftigte im Jahre 1890 450 Arbeitskräfte bei einer Gesamteinwohnerzahl von etwa 2500 in Neersen. 1890 ließ Klemme Ostflügel und Mittelbau von Schloss Neersen wieder aufbauen und wohnte fortan auch im alten Adelssitz. Der Westflügel blieb dagegen bis zum Wiederaufbau durch die Stadt Willich in den 1970er Jahren Ruine.
Gustav Klemme starb am 20.04.1914. Nach seinem Tod von ging es mit der Velvetfabrik stetig abwärts. 1927 musste das Unternehmen Konkurs anmelden. Am 9. Oktober 1934 spricht sich der Gemeinderat Neersen für den Abbruch der Webereibauten der Rheinischen Vevetfabrik aus, nachdem diese der Gemeinde für 15Tsd. Reichsmark angeboten worden war. Die im Besitz der Mechanischen Weberei zu Linden in Hannover-Linden war. Am 23.5.1984 benannte der Liegenschaftsausschuß der Stadt Willich den Wohnweg im neuen Bebauungsgebiet auf dem Gelände der ehemaligen Firma Kress, südlich des ‚Rothwegs‘, in Gustav-Klemme-Weg. Ursprünglich hatte die Verwaltung in Anlehnung an alte Katasterbezeichnungen für diese Straße Bezeichnungen wie ‚Haubenden“, ‚Mühlenbend‘ oder ‚Distelbruch‘ vorgeschlagen.
Der Gustav-Klemme-Weg verläuft zunächst von der Straße ‚Am Schlosspark‘ in westliche Richtung, um dann im weiteren nördlichen Verlauf auf den ‚Rothweg‘ zu stoßen.
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