1550 wird erstmalig an der Stelle, wo die von Schiefbahn kommende ‚Hohe Straße‘ einen Fahrweg kreuzte, eine Herberge am „Schwarzen Pfuh“l erwähnt. Bereits auf einer Karte von 1660 wird die Ortsbezeichnung „Poel“ am „Neersener Gericht“ vermerkt. Hier stand auch einst der Galgen, an dem das Neersener Hochgericht seine Urteile vollstreckte.
Für die Herkunft des Namens „Schwarzer Pfuhl“ gibt es zwei Möglichkeiten: Die eine bezieht sich auf das niederhochdeutsche Wort „Pfuhl“ = Lache, Pfütze, kleiner Weiher. Tatsächlich soll es an dieser Stelle früher einmal dunkle (schwarze) Kuhlen gegeben haben. Die andere Variante besagt, dass sich Pfuhl von „Pfahl“ im Sinne von Grenzpfahl ableitet, wofür die Tatsache spricht, dass an der besagten Kreuzung drei Herrschaftsgebiete aufeinander stießen:
Der Schwarze Pfuhl selbst gehörte zu Liedberg, unterstand aber der Oedtschen Gerichtsbarkeit. An der Grenze lag das Dorf Neersen, welches zur Herrlichkeit Neersen gehörte. Weiter westlich war das Herzogtum Jülich gelegen.
So war der „Schwarze Pfuhl‘“ nicht nur als Herberge, sondern auch als Zollstation bekannt. Die Herberge diente vielen Reisenden als Ruhestätte. So sollen auch der französische Marschall Ney und der bekannte Räuber Matthias Fetzer hier Unterkunft gefunden haben. Napoleons Anwesenheit ist dagegen wohl nur ein Gerücht.
Von 1745 bis 1778 diente das Haus sogar dem Schiefbahner Amtsverwalter als Wohnsitz. In einer französischen Constitution aus dem Jahre 1800, in der die am Schlagbaum zu erhebende Wegesteuer fixiert ist, findet sich dann die Schreibweise „Schwarzenpohl“, auf der Tranchotkarte wird die Kreuzung als „Schwarzer Poell“ bezeichnet. Die Einnahmen dieser Mautstelle sollten dem Unterhalt der Chausseen im Departement dienen.
1868 nennt das Neersener „Wegelagerbuch” als Weg III. Klasse den „Schwarzenpfuhlerweg“, der den „Schwarzenpfuhl“ mit dem „Klaptor“ in Schiefbahn verband. Zu diesem Zeitpunkt ist der Weg bereits eingesteint, das heißt: er ist mit Steinen befestigt.
Später findet sich dann zuerst die Bezeichnung „Sandweg‘, dann ab 1954 der Name „Alte Poststraße“. Beide bezeichneten die vom Ortsausgang Schiefbahn am „Klaptorhof“ bis zur Kreuzung Gladbach-Krefelderstraße (Hauptstraße) führende Straße.
In diesem Jahr überließ die Gemeinde Neersen dem Kreis das Straßengelände zwecks Ausbau zur Kreisstraße bis zum Bahnhof Schiefbahn-Nord.
Da der Verkehr im Kreuzungsbereich ‚Venloer Straße‘ (B7) und der heutigen ‚Hauptstraße‘ (B57) Ende der 50er Jahre drastisch zunahm und es immer wieder zu Unfällen kam, wurde im März 1961 eine Ampelanlage installiert.
Der Name ‚Alte Poststraße‘ musste nach der kommunalen Neugliederung 1971 geändert werden. Peter Vander schlug „Alte Heeresstraße” vor, um daran zu erinnern, dass diese Straße ein Teil der berühmten römischen Heeresstraße war.
Die Neersener Ratsmitglieder schlugen dagegen die Bezeichnung „Am Schwarzenpfuhl” vor, der sich dann letztlich durchsetzte. Die Straße ‚Am Schwarzen Pfuhl‘ verläuft von der ‚Hauptstraße‘ in südöstliche Richtung bis zur Autobahn (A44).
1868 Schwarzenpfuhlerweg, -1954 Sandweg, -1972 Alte Poststraße
Ne/IV/342, 1720 (Bild Nr. 3 mit Gaststätte), 1733, 352
Ne/XV/1733
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