Die Straße ist nach dem ehemaligen Neersener Schulleiter und Bürgermeister Joseph Herlitz benannt. Joseph Herlitz wurde am 14.2.1897 in Rheydt geboren und kam 1915, erst 19 Jahre alt, als Lehrer an die Volksschule nach Neersen. Schon 1924 für das Zentrum in den Neersener Gemeinderat gewählt, blieb er bis zum Juli 1933 politisch in Neersen aktiv. Nachdem sich das „Zentrum“ am 5. Juli 1933 aufgelöst hatte, nahm er am 28.7.1933 letztmalig an einer Gemeinderatssitzung teil. Im August 1939 wurde Herlitz zu den Waffen gerufen, kehrte aber im Februar 1940 wieder aus dem Krieg zurück. Die englische Militärregierung berief Joseph Herlitz schon im August 1945 in den neunköpfigen Verwaltungsbeirat. Vom 8.11.1948 bis 21.11.1958 war er Bürgermeister. Am 1.10.1945 wurde Joseph Herlitz Rektor der Neersener Volksschule. Im März 1962, nach mehr als 40-jähriger Dienstzeit als Lehrer in Neersen, trat Herlitz in den Ruhestand. Allerdings unterrichtete er unter dem neuen Rektor Karl Kox noch weiter. 1962 erhielt er das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens. 1966 verließ er Schule und Ort und zog zu seiner Familie nach Kaarst. Dort starb er am 17.7.1968.
Im Dezember 1978 beschloss der Liegenschaftsausschuss auf Vorschlag der SPD, die neuen Straßen im Bebauungsplan, zwischen ‚Kirchhofstraße‘ und ‚Bengdbruchstraße‘, nach Hermann Brangs, Josef Herlitz und Josef Schages zu benennen. Auf Vorschlag des Ratsmitglieds Schmidt (SPD), wurde dann die Straße mit Josef Herlitz bezeichnet. Leider ist auf dem Straßenschild der Vorname „Joseph“ falsch („Josef“) geschrieben. Bezugnehmend auf den Anrather Heimatforscher Kricker, hatte die Gemeindeverwaltung zunächst den Namen eines keltischen Stammes in Erwägung gezogen, der etwa zwischen 54 – 120 nach Christus dieses Gebiet besiedelt haben soll, die ‚Tungrer‘. Die Politiker lehnten diese Namensgebung ab, da sie davon ausgingen, daß der Bürger diese Herleitung nicht verstehen und akzeptieren würde. Das Mitglied des Liegenschaftsausschusses Hannen hatte vorgeschlagen, die Straße mit ‚Herdenstraße‘, ‚Hirtenstraße‘ oder ‚An der Tränke‘ zu bezeichnen, um damit an die alte Neersener Gemeindeallmende zu erinnern. Der Neubaubereich ‚Hermann-Brangs-Straße‘, ‚Josef-Herlitz-Straße‘ wurde bereits als verkehrsberuhigte Zone konzipiert. Die Temporeduzierung sollte durch gestaffelt gesetzte Bäume erreicht werden. Die Bauarbeiten begannen Anfang 1986.
Die Josef-Herlitz-Straße verläuft von der ‚Bengdbruchstraße‘ im Süden zunächst in nördliche Richtung, um dann in östliche Richtung auf die ‚Kirchhofstraße‘ zu stossen. Josef-Herlitz-Straße (1978)
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