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Das Cloerbruch erstreckte sich, zwischen Niers und dem Schiefbahner-Kleinbruch, vom Neersbruch und dem Frehnbruch im Süden parallel der Niers bis hin zum Mühlenbruch im Norden. 1931 stellte die Stadt Mönchengladbach dem von Carl Degen gegründeten Werkdienst e.V. Mönchengladbach 110 Morgen Land am Niersbruch hinter dem Bahnhof Neersen zur Verfügung. Dort sollte das Land kultiviert und Siedlerstellen von je zwei Morgen Größe errichtet werden.

Die arbeitslosen Siedler hatten nun die Aufgabe, das sumpfige Gelände umzugraben, zu roden und zu bepflanzen. Unterstützung erhielten sie dabei von Mitgliedern des Freiwilligen Arbeitsdienstes (FAD). Insgesamt 90 Morgen Land wurden für die Besiedlung urbar gemacht, weitere 45 für landwirtschaftliche Zwecke. Auf zwanzig verschiedenen Versuchsstellen wurde der Anbau verschiedener Gemüsearten getestet – und die Erträge waren durchaus beachtlich, wesentlich besser als erhofft. Die Qualität des Bodens wurde den Siedlern auch durch ein Gutachten der Moorversuchsstation in Bremen bestätigt – nun flossen sogar öffentliche Gelder für das Projekt aus dem Topf der „Stadtrandsiedlung“.

1932 begannen die Siedler mit dem Bau ihrer Häuser. „Das erste Blockhaus wurde aus Baumstämmen und Flechtwerk fertiggestellt. Es hatte einen Kamin aus gespendeten Backsteinen und ein warmes Dach aus geflochtenen Riedmatten. Die Wohnstube diente gleichzeitig als Wachstube und Büro. Sie hatte geputzte Wände und einen Holzboden und macht mit ihren blau gestrichenen Schränken einen sehr gemütlichen Eindruck. Hier stehen die Feldbetten der ersten 4 Siedler, je 2 übereinander”, berichtet die Westdeutsche Landeszeitung am 16.3.1932.

Durch den Abbruch der Fabrik Dilthey in Rheydt konnten sie sich die notwendigen Steine beschafften. Ein Jahr später, 1933, war die erste Siedlerstelle fertiggestellt, daneben existierten bereits vier Ställe und sechs Blockhäuser für die Mitglieder des Freiwilligen Arbeitsdienst (FAD). Nach einem Plan des FAD-Werkdienstes sollte die Clörbruchalle ‚Werkdienst-Allee‘ heißen. Mit dem Abschluss der Begradigung der Niers 1936 wurde ein Umlegungsplan notwendig. Im Rahmen dieses Verfahrens wurde die Kleinsiedlung Cloerbruchallee am 1.4.1942 von Mönchengladbach an die Gemeinde Neersen übertragen. In dem umgemeindeten Gebiet lagen auch die von Mönchengladbach aus mit Clörbruchalle 3-32 bezeichneten Wohngebäude.

1941 wurde die Siedlung an das städtische Wasserleitungsnetz von Mönchengladbach angeschlossen. Vorher war die Wasserversorgung mit Handpumpen bewerkstelligt worden. Am Heiligabend 1945 verfügten erstmals alle Häuser über elektrischen Strom. In der Personenstandsaufnahme der Gemeinde Neersen vom 12.4.1945 wird die „Cloerbroichallee” genannt, an der immerhin schon 21 Personen wohnen. 1951 begannen 10 Siedler mit dem  Bauabschnitt Il, 1952 wurden weitere 5 Doppelhäuser gebaut. Am 26.11.1954 benannte der Neersener Gemeinderat den Weg, parallel der Straße zur Kläranlage, offiziell „Cloerbruchallee“. Drei Jahre zuvor hieß sie noch „Kloerbruchallee“. In der Neersener Gemeinderatssitzung vom 29.1.1957 wurde die Straße mit “Cloerbruchallee” benannt.

1962 erfolgte der Ausbau der Cloerbruchallee. Erst 1977 wurde die Cloerbruchallee ans Kanalnetz angeschlossen. Die Cloerbruchallee führt zunächst in südwestliche Richtung von der Bundesstraße 57, am ehemaligen Bahnhof Neersen vorbei, über die Niers weiter ins Mönchengladbacher Stadtgebiet. Bevor sie die Niers und damit die Stadtgrenze erreicht biegt sie in einem rechten Winkel in nordwestliche Richtung ab und endet an der Straße ‚An der Landwehr‘.

Cloerbroichallee , Kloerbruchallee , ab 1954 Cloerbruchallee

Ne/IV/1380