Clörath
Carl Huppertz
Das Gebiet Clörath lag in der zum kurkölnischen Amt Oedt gehörenden Honschaft Unterbruch, die sich von Oedt-Hagen bis Klapdohr (Schiefbahn) erstreckte. Seit Anfang des 15. Jahrhunderts sind Bezeichnungen wie Klörath, Klürath und Kluerat zu finden. Der Name soll auch von dem Clörbach stammen, der von Schiefbahn an Schloß Neersen vorbei durch den Clörather Bruch bis in die Niers floss. Um 1700 konnte ein Kahn mit sechs Personen zum Zwecke der Grenzbegehung auf diesem Bache fahren. 1795 unterfloss dann der Bach die unter Napoleon angelegte Landstraße (heutige Hauptstraße) durch ein Aquädukt. In diesem Gebiet lag auch das „Haus Cloerath“. Schon im 16.Jahrhundert wird das „Haus Clörath“ in Landvermessungskarten genannt, das bis um 1400 ‚Cloerland‘ genannt wurde.
Das Haus war Sitz der Sippe „Clörland“ gewesen.1558 wird ein Burggraf Johan zu Clörath genannt. Im Clörather Bezirk befanden sich schon vor 1500 rund 60 Bauernhöfe. Zum Haus gehörten auch eine Korn- und eine Oelmühle. Erstmals wird eine Clörather Mühle 1386 erwähnt. Die Ruine des Haus Clörath stand bis in die 1960er Jahre. Die Quirinuskapelle in Clörath entstand im Jahre 1610. Sie besteht aus Fachwerk mit Backsteinausfachung auf quadratischem Grundriss und besitzt ein vorgezogenes Satteldach. In der Holzdecken über der Tür befindet sich eine Inschrift. An dieser Kapelle führte früher ein alter Pilgerweg vorbei. Bis zur Jahrhundertwende kamen im September eines jenen Jahres Pilger, die von Neersen nach Süchteln pilgerten. Dieser Pilgerweg ist über 300 Jahre nachgewiesen und soll nach der Überlieferung durch eine Viehseuche entstanden sein. Noch 1820 wurden 400 Pilger gezählt. In der Inschrift der Kapelle wird der hl. Quirinus angerufen, der Schutzheilige gegen Pferdekrankheiten ist und besonders in Neuss verehrt wurde.
Um 1800 gründete sich die Gemeinde Clörath als Honschaft und wurde 1819 mit Neersen vereinigt. Zu dieser Zeit hatte Clörath etwa 4000 Morgen Brüche als Allmende, davon lagen 3oo Morgen nicht im Niersgebiet. Bis 1960 sind die Brüche auf 400 Morgen zusammengeschrumpft. Im Oktober 1972 entschied der Rat der Stadt Willich, dass das Teilstück von der Viersener Straße in Richtung Süchteln (K 17) bis zur Eisenbahnbrücke, die Bezeichnung ‚Clörath’ behält.
Im Jahr 2008 wurden die Hausnummern 16, 18 und 20 der Brückenstraße zugeordnet, die Hausnummer 21 und 23 dem neuen ‚Carl-Huppertz-Weg‘. Die Hausnummer 29 fungiert fortan unter der neuen Bezeichnung ‚Kappertzheide‘ die Hausnummern 12 und 14 trugen den neuen Straßennamen ‚Kleinfings‘. Die Straße Clörath führt von der ‚Vennheide (Ecke Viersener Straße)‘ in nordwestliche Richtung zur Honschaft Clörath und darüber hinaus in Richtung Viersen/Süchteln. um 1558 Clörath
Ne/IV/176, 231 (Quirinuskapelle), Ne/IX/957 (Clörather Mühle)
Ne/VIII/1309 (Clörather Mühle) Ne/IX/168 (Roidkin) s.a. Burg Clörath
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