Kempener Straße

von | 22. Feb. 2026

(Ortsteil Willich)    Die Kempener Straße (L26) verläuft von der Krefelder Straße durch das Gewerbegebiet Münchheide in Richtung Anrath, überquert die Schottelstraße und führt dann als L 379 weiter nach Tönisvorst. Sie ist historisch gewachsen, ihre Ursprünge als Verbindungsachse gehen auf alte historische Handels- und Heerwege zurück, während das anliegende Gewerbegebiet Münchheide V im Sommer 2025 fertiggestellt wurde.
Durch den Ausbau der Autobahn A 52 und dem Neubau der A 44 wurde das Gewerbegiet zwischen diesen Autobahnen an- und eingebunden. Es wurde erfoderlich den Bereich Münchheide IV und die Wohngebiete vom Individualverkehr durch Umgehungsstraße zu entlasten.

Roeddersfeld Luftaufnahme 2002 © Heimatverein Willich im Vordergrund die neu gebaute L 26n

Die Planung und der Bau der L 26 n als Nordumgehung zur Entlastung des Verkehrs auf der Bahnstrße / Anrather Straße in Willich erstreckten sich über mehrere Jahre. Schon 1975 gab es von einem Ingenieurbüro eine erste Planung, 1981 dann eine überarbeitete Fassung. Es dauerte aber noch bis 1986, bis die Planung für das erste 3,7 Km lange Teilstück zwischen Hochbend und Münchheide erfolgte und 1996 dann endlich fertig gestellt wurde.
Der zweite Abschnitt zwischen Münchheide und St-Töniser-Straße wurde im Mai 1998 dem Verkehrs übergeben. Der dritte Abschnitt bis zur Krefelder Straße konnte im Jahre 2002 vollendet werden. Es fehlt noch immer das letzte Verbindungsstück Richtung Osterath zwischen Krefelder Straße und Düsseldorfer Straße.
Die Benennung der Kempener Straße – bis dahin als L26 n bezeichneten Straße – erfolgte nach 2005.

Der Ausbau des „Nadelöhrs“ Landstraße 26 (Kempener Straße) „unter, sowie links und rechts“ der Autobahn-44-Anschlussstelle Münchheide soll ab 2026 in zwei Bauabschnitten erfolgen. Zunächst wird der östliche Abschnitt zwischen Hanns-Martin-Schleyer-Straße und Anrather Straße ausgebaut; das wird etwa 12 Monate dauern. Anschließend folgt dann der westliche Abschnitt von der Aachener Straße bis zur Hanns-Martin-Schleyer-Straße (unter der Autobahn hindurch).

Neben dem Gewerbegebiet, an der Anschlußstelle zur BAB 44 liegen u. a. der Wertstoffhof und das Haus Bönninghausen.

Haus Bönninghausen 1909 (vor Umbau)
©Heimatverein Willich

Haus Bönninghausen:
1902 beschloss der auf dem Dommershof im Gebiet der Beckershöfe wohnende Hermann von Böninghausen, sich in der Willicher Münchheide ein neues Domizil zu bauen. Der Gladbacher Architekt Wiegand baute in seinem Auftrag ein dreigeschossiges Haus mit Mansarddach im Sinne des Zeitgeistes. 1903 zog Landrat Rudolf von Bönninghausen in das Haus und verlebte hier seinen Ruhestand. 1938 erbte Albert von Bönninghausen das Anwesen. Nach 1950 beschloss der Besitzer, nachdem die Gebäude während des letzten Krieges unter Granatbeschuss gelitten hatten, einen Umbau, wobei das Mansardengeschoss weggenommen wurde.

Am 21.4.2005 beschloss der Ausschuss für Abgaben, Gebühren und Satzungen, im Haus Bönninghausen ein Krematorium samt Räumlichkeiten für Trauerfeiern einzurichten. Das niederländische Ehepaar Cox hatte einen entsprechenden Antrag gestellt. Der Ausschuss setzte sich damit über die Bedenken sowohl der Willicher Bestattungsunternehmer als auch der Gastronomen hinweg, die in dem Krematorium eine Konkurrenz sahen. Der Stadtrat schloss sich am 28.4.2005 dem Votum des Ausschusses an. Im Mai 2009 wurde das neue Krematorium eröffnet.

 

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