Die Zollstraße ist eine Stichstraße von der Kreuzstraße (Fortsetzung Bertzweg); eine Ausfahrtmöglichkeit besteht über einen unbefestigten Weg, der zur Straße Dickerheide führt. Bis 1971 hieß die Straße Grenzstraße. Nach der kommunalen Neugliederung 1970 benannte der Stadtrat sie um in Zollstraße.
Von 1936 bis 1945 existierte dort, wo sich heute die Zollstraße befindet, ein Schießplatz, der ursprünglich von der lokalen SA genutzt wurde. Um den Schießplatz zu errichten, wurde 1936 ein von der Straße Dickerheide (auf Höhe Haus Nr. 90) wegführender Stichweg tiefergelegt und der Aushub zu einem Wall aufgeschoben.
Während des Zweiten Weltkriegs wurden hier mindestens zwei Todesurteile von Standgerichten der Wehrmacht vollstreckt. Im Jahr 1942 wurde der Soldat Lang erschossen, am 26. Oktober 1944 der 19jährige landwirtschaftliche Lehrling Hans Wille (laut Sterbeurkunde Willich 141/1945).
In unmittelbarer Nähe der Straße befand sich ein ehemaliges Baggerloch, das von 1955 bis 1960 von der Gemeinde Willich als Müllkippe genutzt wurde. Für die Müllentsorgung war in dieser Zeit die Firma Siemes zuständig.
1958 baute die Gemeinde Willich die heutige Zollstraße aus, welche bis zur Kommunalen Neugliederung 1970 Grenzstraße hieß, weil dahinter das Schiefbahner Gebiet beginnt. Hier wurden von der Gemeinde für Flüchtlinge und Aussiedler, die zuvor in den Notunterkünften Sandweg und Krefelder Straße gewohnt hatten, Häuser errichtet.
Grenzstraße (-1971)
Zollstraße
