Der Schützenplatz (im Willicher Stadtplan nicht gesondert aufgeführt, aber als Festplatz gekennzeichnet) liegt zwischen Bahnstraße und Korschenbroicher Straße (L 382) und ist von diesen beiden Straßen aus erreichbar.

1961 wurde auf dem Schützenplatz ein Kinderspielplatz gebaut.

Der heutige Schützenplatz war ursprünglich ein Viehweide der Familie Lion. Der Name Lion stammt von einer sehr angesehenen jüdischen Metzger- und Viehhändlerfamilie, die an der Bahnstraße eine Metzgerei mit Schlachthaus hatte.
Der Metzgermeister Leonhard Lion war seit 1869 in Willich ansässig. Er wohnte mit seiner Familie an der Bahnstraße 7 in einem der ältesten Häuser von Willich, das 1977 abgerissen wurde und an dessen Stelle sich heute ein Biergarten der Gaststätte Alt Willich befindet.
Die Söhne von Leonhard, Abraham und Hermann, bauten 1897 und 1903 die Häuser an der Bahnstraße 9 und 11. Im Haus Nummer 9 waren dann das Schlachthaus und die Metzgerei mit Ladenlokal (heute Alt Willich). Auch diese Viehweide an der Bahnstraße, dem heutigen Schützenplatz, gehörte dazu.

1927 stellte die Familie diesen Platz dem Allgemeinen Schützenverein Willich zur Verfügung. Seitdem wird dort bis heute das Zelt für das Schützenfest aufgebaut und die Kirmes veranstaltet.

Nach 1933 wurde die Familie von den Nationalsozialisten entrechtet. Einige Familienmitglieder sind geflohen; drei Familienmitglieder blieben am Ort und sind 1941 deportiert und ermordet worden.

Ihnen zu Ehren wurde 2018 eine Straße in Wekeln Lionstraße benannt.

 

 

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