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Als Fronhof wurden früher die Höfe bezeichnet, auf denen die Abgaben für die Grundherren abgeliefert werden mussten, manchmal auch Herrenhof genannt.
Am Beginn der Besiedlung Willich stand ein fränkischer Herrenhof am Gronewald, ungefähr dort, wo heute der Kreisel Bahnstraße, Parkstraße, St.-Töniser-Straße, Korschenbroicher Straße befindet. Der Hof stand an der Hohen Straße, die von Neuss über Anrath und Kempen nach Wachtendonk verlief.
Für den fränkischen Adeligen war jedoch vermutlich nicht nur die günstige Verkehrslage an einer der Hauptstraßen des Mittelalters ausschlaggebend, sondern auch die Lage einer fruchtbaren Lößlehmplatte, die den gesamten Willich-Osterather Siedlungsbezirk umfasst. 

Da um 1300 der Siedlungsausbau im Willicher Raum abgeschlossen war, geht man von ca. 250 Bauernhöfen aus, die ihre Abgaben an den Fronhof leisten mußten und auf dem der kurkölnische Schultheiß viermal jährlich Gericht hielt.
Der Fronhof ist spätestens 1760 abgebrannt, wahrscheinlich jedoch um 1600, da das Willicher Hofgericht schon 1650 auf dem ebenfalls untergegangenen Plönishof stattfand.

Später lag etwa an dieser Stelle das Blinderb. Im 19. Jahrhundert befand sich im Blinderb die Schmiede der Familie Ipsch. Das Gebäude wurde 1945 bei einem Fliegerangriff zerstört.

Die Bezeichnung für die Stichstraße Am Fronhof wurde, auf Vorschlag des Stadtarchivars Udo Holzenthal, am 16.08.2000 vom Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Willich festgelegt. 

Die Straße Am Fronhof zweigt von der Jägerstraße in nordöstliche Richtung ab und endet als Sackgasse.

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