Die Grunewallstraße führt von der Parkstraße ins Mühlenfeld zur Dietrich-Bonhoeffer-Straße. Sie wurde zwischen 1961 und 1964 ausgebaut. Durch einen Schreibfehler wurde aus Grunewald Grunewall. Um den Anwohnern eine Adressenänderung zu ersparen, blieb es bei Grunewallstraße. Die Straße wurde 1956 vom Gemeinderat benannt. Im selben Jahr wurden die ersten Häuser gebaut.
Der Name Grunewall beruht auf Haus zum Groenewald (später: Grunewald), das um 1400 an der Blengskull, (übersetzt aus dem Willicher Dialekt: Blindgrube) gebaut wurde. Die Gaststätte Zum Grunewald befand sich 1725 im Haus Blind-Erb. Das alte Gehöft stand am heutigen Kreisverkehr Parkstraße. In dem Haus war der Braubetrieb der Familie Hausmann.
Im 19. Jahrhundert übersiedelte die Familie Hausmann zur Kreuzstraße und baute dort eine große Braustätte. Das herrschaftliche Stammhaus an der Kreuzstraße wurde 1945 durch einen Bombenangriff zerstört und nicht wieder aufgebaut. Das Haus lag an der Brauereistraße / Ecke Kreuzstraße.
Im Blind-Erb befand sich übrigens später die Hufschmiede der Familie Euerlings.
Während der Herbst-Kirmes am 2. Oktober 1944 wurde das Haus durch einen Bombenangriff zerstört und nie wieder aufgebaut. Man erzählte in Willich, dass der Angriff nicht dem Haus gegolten habe, vielmehr galt er dem General Hasso von Manteuffel, der sich zu dieser Zeit im Haus von Heinrich Hausmann, Bahnstraße 48, aufhielt. Auf dem Grundstück der Gaststätte Zum Grunewald errichtete später die Sparkasse Krefeld ein neues Gebäude, das „Hochhaus am Kreisverkehr“.
1956 Grunewallstraße
