A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Z

Der Kurfürstenweg beginnt an der Ritterstraße und endet als Sackgasse. Es gibt eine Abzweigmöglichkeit über den Herzogweg.

Am 19.12.1966 benannte der Gemeinderat die Straßen im Baugebiet nördlich der Ritterstraße, als Dorfeck bekannt. Die von der Ritterstraße abzweigende und nach etwa 50 Metern parallel zur Neusser Straße nach Osten führende Stichstraße erhielt dabei den Namen Kurfürstenweg. Wie bei der Ritterstraße wurde bei der Namensgebung des Kurfürstenweges an die Adelsfamilien, die auf der Kollenburg lebten, gedacht.

Die Kollenburg lag nahe der alten Fernverkehrsstraße Neuss-Kaarst-Willich-Kempen. Neben Haus Broich und Haus Hülsdonk war sie eine der Adelssitze unserer früheren Gemeinde Willich. Zwischen der Kollenburg und dem Ort Willich soll es engere Beziehungen gegeben haben, zudem verfügten die jeweiligen Inhaber der Kollenburg auch über größeren Immobilienbesitz im Ort Willich selbst.
Im 15. Jahrhundert lebte hier die adelige Familie von der Kollenburg, später die von Quad, die von Hertmanni und gegen Ende des 18. Jahrhunderts die von Weed.

Unter von Hertmanni und von Weed war die Kollenburg stark verschuldet und kam schließlich durch Verkauf in bürgerliche Hände. In dieser Zeit soll auch der bauliche Zustand der Kollenburg sehr gelitten haben, weshalb das Herrenhaus in der Folge gänzlich abgebrochen wurde. Leider sind keine verlässlichen Zeichnungen der Kollenburg erhalten. Im 19. Jahrhundert wurde die Familie Ingmanns Eigentümer des Anwesens und nutzte es als landwirtschaftlichen Betrieb. In den 1930er Jahren kam die Kollenburg durch Verkauf an die aus Essen stammende Familie Stennes, die hier bis heute Landwirtschaft betreibt.

Zur Kollenburg gehörten in spätmittelalterlicher Zeit im Dorf Willich mehrere um die Kirche gelegene Häuser, deren Bewohner während des Kirchgangs der Kollenburger Herren deren Pferde und Kutschen betreuen mussten. Gute Gründe sprechen dafür, dass die Willicher Pfarrkirche auf Kollenburger Land errichtet wurde. Neben der Burg und in ihrem Besitz lag ein Hof, der allem Anschein nach während der Pestkatastrophe des 14. Jahrhunderts aufgegeben wurde. Seine Länderei hieß später Wüstenhof, der heutige Kollenburger Busch hieß früher Wüstenhover Busch.

Ein Kurfürst war einer der ursprünglich sieben, später neun und zuletzt zehn ranghöchsten Fürsten des Heiligen Römischen Reiches, denen seit dem 13. Jahrhundert das alleinige Recht zur Wahl des römisch-deutschen Königs zustand. Mit diesem Königstitel war traditionell der Anspruch auf die Krönung zum römisch-deutschen Kaiser durch den Papst verbunden. Die Bezeichnung Kurfürst geht auf das mittelhochdeutsche Wort kur oder kure für Wahl zurück, aus dem das neuhochdeutsche küren entstanden ist.

1966 Kurfürstenweg

 

Ähnliche Einträge